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KNOBEL- REISEBERICHTE 2010     

Ruth Oswalt + Gerd Imbsweiler schauen in die Zukunft.                         Foto: Markus Campana

 

Fr 30.07.2010

Die Hitze hat sich verabschiedet, angekommen ist der Regen, zumindest partiell. Am Bodensee steigt das Wasser. Hier sind die Rasen in den Parks noch gelb und trocken. Das regt niemanden mehr auf. Vor 30 oder 20 Jahre war das noch eine Sensation und Katastrophe. 1976, es war ein heisser Sommer, gingen wir freien Theatervögel nach hitzigen Vorstellungen im Freien in und an die Brunnen, und kühlten uns ab.

Das war ein Sakrileg damals, Brunnen waren tabu in Basel, auch wenn es viele davon gab und gibt.

Während die Basler bald aus den Ferien zurückkommen, beginnt heute der Urlaub für die Baden-Württemberger und die Bayern. Europa und Übersee werden überschwemmt von Süddeutschen. Und wenn alle wieder brav zu Hause sind, machen wir uns auf den Weg oder auf unsere Tour.

Tag für Tag vervollständige ich die Checkliste für unsere Reise. Immer wieder kommt mir Neues in den Sinn. Dazu kommt, dass Bekannte Adressen von Bekannten in Kanada mailen. Also hocke ich vor Websites und die Lust zu reisen wird stärker und ich denke: Was mache ich eigentlich hier? Könnte eigentlich schon weg sein.

 

Do 29.07.2010

 

Nach Offenbach

 

Wir reisten nach Frankfurt und dann in meine Heimatstadt Offenbach am Main. Ich war letztmals vor 12 Jahren dort anlässlich der Recherchen für mein Theatersolo «Aus der Früherheit». Mit Ruth war ich noch nie dort. Es fand also wieder ein Vorabend vor einer Premiere statt.

Zum dritten Mal trafen wir uns mit meinen Jugendfreunden aus den 50er und Anfang der 60er Jahre. Unser erster Treff war in Neustadt/Weinstrasse, der zweite in Freiburg. Jetzt also im Raum Offenbach. In Richtung Spessart (Hanau, Aschaffenburg) bewohnten wir ein Hotel, gingen spazieren oder hockten viel herum und redeten und redeten und redeten....

Das ist ja auch der Sinn dieser Treffen. Jugendfreunde, damals zwischen 15 und 20 Jahre alt, treffen sich nach 50 Jahren als Siebzigjährige wieder

Und realisieren, dass sie die damalige Realität sehr unterschiedlich bewerten. Und dass sich Erinnerungen verändert haben und laufend verändern. Manches wurde grösser, einiges kleiner, die eine oder andere Person wurde von Einzelnen auf unterschiedlich hohe Sockel gehievt.

Ich hatte Angst vor dem ersten Treffen. Wie unterschiedlich sehen wir uns im Rückblick. Aber zuletzt stellten sich alle Bedenken als kleine Ängstlichkeiten heraus. Wir alle waren neugierig aufeinander. Und das erhoffte ich mir fürs dritte Treffen wieder und jetzt für die nächste und vierte Zusammenkunft in der Region Basel.

Am Ende unseres «Nostalgie-Seminars» wollte ich in meiner Geburtsstadt eine kleine Runde drehen. Geburtshaus, Schule, 2. Wohnung, Kirche, die Prärie, Müllberg, OTC, 3. Wohnung, Gymnasium, Landesgrenze.....

 

Mi 28. Juli 2010

In der gestrigen Ausgabe der Basler Zeitung las ich heute Morgen folgende Texte und Inserate:

«Der Wechsel von Guti (33) von Real Madrid zu Besiktas Istanbul ist perfekt. Der Mittelfeldspieler, der die letzten 25 Jahre bei den Königlichen verbracht hatte, unterschrieb einen Zweijahresvertrag und er soll pro Jahr 4 Mio. Franken verdienen.»

Dass er so viel verdient, ist ja ok, wenn auch unverhältnismässig. Aber dass er bereits als 8jähriger bei Real spielte, ist eher ungewöhnlich. Wie hoch war denn damals das Honorar für diese Kinderarbeit?

Rentnerin mit Klavier sucht in Grossbasel 3-Z'Wohnung, nur letzter Stock, 70 m2, elegantes Bad mit Fenster, Küche ohne Kochherd, mit Balkon, ruhige Nebenstrasse, Nähe Migros, Miete oder Kauf.

Dazu kommt mir jeder Kommentar überflüssig vor!


VORTAGE 27.07.2010

 

Vorabende kennen wir: Das sind die Stunden vor den oft zu kurzen oder zu nervösen Schlafstunden vor wichtigen oder einschneidenden oder entscheidenden Ereignissen eines kommenden Tages. Für mich als Kind waren das die Stunden vor Heiligabend, oder vor Geburtstagen oder vor den Ferien. Später weiteten sich die Abende zu Tagen aus, weil das Ziel nur durch diverse Vorbereitungen zu erreichen war. Vorabende reichten nicht mehr. Probepacken in die auf Betten liegenden Koffern folgten. Erst einpacken, dann umpacken, dann wieder auspacken und neu packen. Dazwischen Diskussionen über die Erfahrungen vergangener Reisen: Wir hatten stets zu viel Gepäck. Aber diesmal brauchen wir auch Warmes.Man kann auch Kleider übereinander anziehen. Das ist nicht das Gleiche. Aus wenigen Vortagen wird manchmal auch eine ganze Vorwoche. Die Zahl der Vortage nimmt nie zu, sondern ab. Von Tag zu Tag nähert sich der Vorabend vor der Abreise. Indem ich jetzt bereits an den kommenden Vorabend denke, mache ich die Vortage zu Momenten gesteigerter Anspannung. Wie beim Hundertmeterlauf. Die Angst des Torwarts beim Elfmeter. Das warten auf den (Start)Schuss. Ja keinen Fehlstart. Wenige Minuten und Sekunden als Synonym für angespanntes Warten. Beim Zähneputzen am Morgen realisiert man, wie schnell so ein Tag vergangen ist und wie wenig man sich verändert hat in einer Nacht. Augenringe. Na ja, die kommen und gehen, im Alter bleiben sie länger zu Gast, setzen sich, machen sich breit und manche wollen gar ganz bleiben.

Ich nehme mir vor, über meine Vortage vor dem Vorabend zu schreiben, Buch zu führen. Und wenn mir nichts einfällt, werde ich eine Fotografie aus meinem Fundus veröffentlichen.

Heute ist der 27. Juli 2010. Genau heute in einem Monat, am 27. August 2010 werden wir in Vancouver unseren aus der Ferne gemieteten VAN übernehmen und uns dann auf die Reise machen. Auf unsere Knobelreise!

 


 

 

NEWS 1

 

 

Gerd Imbsweiler hat für sein neues Buch

«ZISCH - Fotografien und Texte»

sehr viele wunderbare Rückmeldungen erhalten.

Noch ist das Buch aber nicht vergriffen; es gibt noch Exemplare für Nach- oder Neubestellungen.

imbos@bluewin.ch

 

 

NEWS 2

 

Gerd Imbsweiler plant wieder ein neues Buch.

Diesmal mit Bildern der bekannten Basler Malerin

Annette Barcelo

die sie zur Prosafassung des Theaterstücks

HEXENFIEBER (Hänschen klein)

geschaffen hat.

In der Hoffnung, die Finanzierung diesmal nachhaltiger gestalten zu können, wünschen wir uns natürlich schon heute Subskriptionsbestellungen, auch wenn wir noch nicht genau wissen, wann das Buch herauskommen kann.

Informationen und erste Bilder über  www.imbos.ch

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NEWS 3

 

Ruth Oswalt und Gerd Imbsweiler werden voraussichtlich im August/September wieder unterwegs sein. Weil sie abergläubisch sind, verraten sie jetzt noch nicht ihr Ziel.

Wie bei früheren Reisen wollen sie wieder Impressionen schreiben und schicken oder mailen oder nachträglich senden und fotografieren natürlich. Sie können die Berichte entweder bestellen oder regelmässig unregelmässig auf www.imbos.ch lesen. gerd@imbos.ch, imbos@bluewin.ch, www.imbos.ch

 

 

NEWS 4

DER MANN MIT DEM STUHL

 

Im August wird Gerd Imbsweiler in Basel als «Mann mit dem Stuhl» auftauchen; mit einem Stuhl für Passanten, die Lust und Zeit haben, den von ihm erzählten oder vorgelesenen Kurzgeschichten zuzuhören. Ein Gast wird sich jeweils setzen können.

Vorläufig wird Imbsweiler als « Mann mit dem Stuhl» seine Aktivitäten auf Basel beschränken, später vielleicht auch auf andere Orte ausweiten. Voraussetzung ist natürlich, dass das Wetter mitspielt.

Neugierige erfahren im August jeweils am Morgen, wo Imbsweiler vermutlich anzutreffen ist.

www.imbos.ch

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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